F.C. Hertha 03 Zehlendorf

F.C. Hertha 03 Zehlendorf

19.02.2016 / 1. Herren

F.C. Hertha 03 - SV Victoria Seelow 0:1 (0:1)

Tritt auf die Euphoriebremse

Wiederholt sich Geschichte? Gelingt es unserer Mannschaft tatsächlich die Story der Hinrunde noch einmal im gleichen Muster zu schreiben? Das erste Kapitel, mit der Auftaktniederlage gegen SV Victoria Seelow wäre nun schon geschrieben. Die restlichen 14 Kapitel sollten jetzt aber auch, ähnlich erfolgreich wie in der Hinrunde, gestaltet werden.  Einem Happy End würde dann nichts mehr im Wege stehen. Zunächst scheint aber erstmal der Erfolgsfaden gerissen und mit der unerwarteten ersten Heimniederlage machte sich wieder etwas Ernüchterung am Siebenendenweg breit.

Der Herbstmeister der NOFV-Oberliga Nord ging bis unter die Haarspitzen konzentriert und motiviert in das Spiel gegen den letztjährigen Aufsteiger SV Victoria Seelow. Man war wollte unbedingt die überraschende Auftaktniederlage, mit dem unberechtigten Platzverweis für Gakpeto, zum Beginn der Saison wieder wettmachen. Mit einer gesunden Portion Aggressivität wurden während der ersten Minuten die Gegenspieler angelaufen und attackiert. Die Gäste zogen sich dabei weit in die eigene Hälfte zurück und versuchten ihr Glück mit langen Bällen auf die schnellen Spitzen, die aber von den starken Innenverteidigern Özdal und Schröder in Schach gehalten werden konnten. Wie aus dem Nichts fiel dann aber in der 10. Spielminute der Führungstreffer für Seelow. Nach einer Ecke kam der Seelower Mannschaftskapitän Drews aus acht Metern völlig frei zum Kopfball, Zehlendorfs Thokomeni, der zur Absicherung auf der Torlinie stand, bekam den Ball unglücklich an den Kopf und fälschte diesen ins eigene Tor ab. Der frühe Rückstand war natürlich Gift für die, während der Vorbereitungsphase nicht mit Erfolg verwöhnten, Zehlendorfer. Ein Schuss aus 18 Metern von Top in der 12. Minute, den Torhüter Lopusiewicz reaktionsschnell aus dem unteren Eck fischte, war die erste (und für längere Zeit einzige) Chance des erklärten Favoriten. Die nächste Möglichkeit eröffnete sich in der 31. Minute für Felix Robrecht, dessen Schuss aus spitzen Winkel aber um Zentimeter am 2. Pfosten vorbeirauschte. Obwohl die Hausherren sichtlich mehr vom Spiel hatten, wirkten doch die Offensivaktionen zu unentschlossen und zu zaghaft. Die Zuspiele in die Spitze waren wenig präzise, so dass die gegnerische Abwehrreihe immer wieder schnell hinter den Ball kam und für die Zehlendorfer Spitzen Gakpeto und Robrecht zu einem unüberwindbaren Hindernis wurde. In der 34. Minute hätten die Gäste aus dem Oderbruch beinahe noch die eigene Führung ausbauen können. Apostolow spielte nach einem Konterangriff den Ball Below in den Lauf, der von halbrechts kommend, das Leder mit dem rechten Außenrist aufs Tor zimmerte, doch die Flugkurve trieb das Spielgerät vom Tor weg.

Wild entschlossen gingen die Zehlendorfer in den zweiten Abschnitt um die drohende erste Heimniederlage der Saison noch abzuwenden. Nur 5 Minuten nach Wiederbeginn verpasste Ryberg vor dem Tor eine scharfe Eingabe von Niroumand und nachdem Below auf der anderen Seite in der 53. Minute den Ball weit über das Tor jagte, brachte Top (55.) den Ball aus 6 Metern mit dem Außenrist nicht über die Linie. Nachdem die Gästeabwehr nicht mit spielerischen Mitteln beizukommen war und auch hohe Anspiele in den Strafraum wie von einer unsichtbaren Wand abprallten, packten die Hausherren zunehmend die berühmte Brechstange aus und versuchten durch Distanzschüsse den Erfolg zu erzwingen. In der 60. Minute segelte ein 18 Meter-Knaller von Darius Niroumand in den Zehlendorfer Nachthimmel und auch Zehlendorfs Kapitän Özdal hatte bei seinem Weitschuss in der 69. Minute das Visier falsch eingestellt. Fünf Minuten nach seiner Einwechslung versuchte Niclas Warwel auf die gleiche Weise sein Glück. Seinen harten Flachschuss, der auf dem feuchten Untergrund noch weiter an Tempo gewann, konnte Torwart Lopusiewicz erst im zweiten Nachfassen festhalten. Die Bemühungen der Zehlendorfer waren nicht zu übersehen, allerdings fehlte es an der nötigen Inspiration und Genauigkeit um die richtigen Lösungen zum Erfolg zu finden und erfolgversprechende Chancen zu kreieren. Als schließlich in der 84. Minute ein Schuss von Top durch Lawrenz gefährlich abgefälscht wurde, aber von Lopusiewicz trotzdem gehalten wurde, setzte bei den Hausherren zunehmend Resignation ein. Die Gäste versuchten mit allen erlaubten (und auch unerlaubten) Mitteln, den Sieg über die Zeit zu retten. Alle paar Sekunden wälzte sich ein Victorianer mit schmerzverzerrtem Gesicht und laut lamentierend auf dem Boden, doch unbeeindruckt von den schauspielerischen Leistungen gewährte der junge Schiedsrichter Dominic Koch (Wismar) nur zwei Minuten Nachspielzeit.

Wie schon nach der Hinspiel Niederlage blickte man bei den Zehlendorfern in erstarrte und konsternierte Gesichter, hatte man doch mit einem positiven Start in die Rückrunde geliebäugelt. 156 Zuschauer, darunter auch wieder unsere lautstarken und nimmermüden 3. Herren, bildeten zum Start in die Rückrunde einen ordentlichen Rahmen und wurden leider enttäuscht. Trotzdem solltet ihr dem Oberligateam auch weiterhin eure Unterstützung gewähren, denn es gilt ab sofort, weitere 14 Kapitel einer, am Ende hoffentlich, erfolgreichen Geschichte zu schreiben. „Never give up!“

Hertha 03 spielte mit: Hinz - Thokomeni Siewe, Özdal, Schröder, Mentes - Top, Niroumand, Obst, Ryberg - Robrecht, Gakpeto (66. Warwel)

Tor: 0:1 (10.) Drews

GELBE KARTEN: 18. Gakpeto (F), 52. Özdal (F), 73. Mentes (F), 77. Warwel (F) - 44. Reichelt (F), 56. Mielke (F), 80. Klodawski (U)

Zuschauer: 156

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