06.09.2025 / Verein
Seit Februar 2024 wartet Hertha 03 Zehlendorf auf den Bau eines sogenannten Gästebereichszauns, der es dem Verein ermöglichen soll, Heimspiele im eigenen Stadion auszutragen. Trotz mehrfacher Zusagen und eingeleiteter Verfahren durch das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf ist das Projekt bis heute nicht umgesetzt.
Nach monatelanger Verzögerung bei der Ausschreibung wurde Anfang Juni 2025 erstmals eine Vergabe veröffentlicht - ohne Resonanz. Die erneute Ausschreibung führte lediglich zu einem Angebot, das von einer vom Verein benannten Firma eingereicht wurde. Nach Auffassung des Bezirksamts fehlten zunächst Unterlagen, die jedoch fristgerecht nachgereicht wurden. Am 28. August 2025 bestätigte die Behörde die Vollständigkeit der Unterlagen und stellte eine Vertragsvergabe bis zum 5. September in Aussicht.
Kurz darauf wurde der Vereinsführung jedoch mitgeteilt, dass die Unterlagen zwar vollständig, aber qualitativ nicht ausreichend seien. Nun soll das Projekt erneut geteilt und eine gesonderte Ausschreibung für Fundament und Zaun durchgeführt werden. Diese Vorgehensweise verzögert das Bauvorhaben erneut um Wochen, möglicherweise um Monate.
„Die Verantwortung wird zwischen den Ämtern hin- und hergeschoben. Zwischen den beteiligten politischen Kräften, CDU und Grünen, herrscht Stillstand - wir als Verein sind die Leidtragenden. Von der Bürgermeisterin hören wir nichts. Das ist ein unhaltbarer Zustand“, so Vereinspräsident Kamy Niroumand.
Hertha 03 Zehlendorf prüft daher gemeinsam mit seinen Rechtsanwälten eine Klage wegen Untätigkeit gegen das Bezirksamt. Darüber hinaus wird der Verein seine Schadenersatzansprüche geltend machen, da die ausbleibende Umsetzung bereits seit Jahren zu erheblichen Belastungen geführt hat.
„Es ist unglaublich, wie das Bezirksamt agiert. Wie will Berlin Olympische Spiele ausrichten, wenn die Verantwortlichen nicht einmal in der Lage sind, einen Zaun für 100.000 Euro zu bauen?“ ergänzt Niroumand.