06.10.2017 / 1. Herren

Wir wollen weiterkommen!

Interview mit Kapitän Robert Schröder

Ein Bericht von Marcel Peters - https://www.facebook.com/AmateurberichterstattungMarcelPeters/ - regelmäßig Berichte über Berliner und Brandenburger Amateurfußballer oder Vereine.Gesprächspartner: Robert Schröder; Foto: Kerstin Kellner, Hertha 03 Zehlendorf

In den letzten beiden Spielen konntet ihr endlich zu Null spielen, das ist auch für einen Abwehrspieler ein gutes Zeichen, oder?

Natürlich freue ich mich als Abwehrspieler besonders über die „Weiße Weste“. Endlich haben wir es geschafft, hinten die Null zu halten.

Was war der Unterschied zu den vorangegangenen Spielen, in denen es nicht geklappt hatte?

Gerade in den letzten beiden Spielen ist es uns gelungen, als komplette Mannschaft defensiv engagiert und intensiv zu arbeiten. Das ist für mich umso erfreulicher.

Wie wichtig waren die beiden Siege generell für euch?

Nach den beiden Niederlagen zuvor waren wir natürlich unter Zugzwang, damit der Abstand nach oben nicht zu groß wird. Aber neben den sechs Punkten war vor allem die Art und Weise, wie wir die letzten beiden Spiele angegangen sind, besonders wichtig.

Genau, den beiden Topteams Lichtenberg und Rathenow musstet ihr euch geschlagen gegeben. Gerechtfertigt oder war da eigentlich mehr drin?

Ich denke, dass besonders das Spiel gegen Lichtenberg extrem unglücklich verloren ging. Wir haben es leider da nicht geschafft, die Vielzahl an klaren Möglichkeiten in Tore umzumünzen und haben zwei Tore nach Standardsituationen bekommen. Gegen Optik Rathenow haben wir eine ordentliche Abreibung erhalten.

Welchen Grund würdest du für die Niederlagen nennen?

Man muss auch einfach anerkennen, dass gerade diese beiden Topteams in den Spielen gegen uns, ein etwas abgeklärteres und routinierteres Auftreten an den Tag legten und unsere jugendliche Unbekümmertheit ausnutzen konnten. Daraus müssen wir unsere Lehren ziehen.

Durch die beiden Siege, konntet ihr euch in der Tabelle stabilisieren, steht nun auf einem fünften Platz. Euer Anspruch ist aber durchaus ein höherer, vor allem, wenn man den Abstand zum Führungsduo betrachtet?

Grundsätzlich ist es unser Anspruch, jedes Spiel zu gewinnen, was nach dem bisherigem Saisonverlauf bis auf das Spiel gegen Rathenow, auch in jedem Spiel möglich war. Natürlich wollen wir den Abstand nach oben so gering wie möglich halten, um unser Ziel, besser zu sein als letzte Saison, zu erreichen. Wir versuchen uns stetig zu verbessern und als Team weiter zusammen zu wachsen, um so den "Zehlendorfer Weg" mit erfrischendem dynamischem Offensivfußball weiter voranzutreiben. Welche Platzierung dann am Ende dabei raus kommt, ist dabei erstmal nebensächlich.

Am Wochenende geht es im Pokal gegen den durchaus ambitionierten Berlin-Liga Vertreter Blau-Weiß 90. sicherlich kein Team, das man im vorbei gehen schlägt?

Blau-Weiß 90 ist sicherlich keine normale Berlin-Liga Mannschaft. Angesichts des qualitativ hochwertigen Personals auf dem Feld und an der Seitenlinie, haben sie für mich schon gehobene Oberligaqualität.

Aber weiterkommen wollt ihr trotzdem…

Auf jeden Fall! Für uns bedeutet das in diesem Spiel, dass wir absolut an die Grenzen gehen müssen, um die nächste Runde zu erreichen. Wir haben natürlich Respekt vor dem Gegner aber keine Angst, denn wir wissen um unsere Qualitäten und ich bin mir sicher, dass wir die nächste Runde erreichen, wenn jeder Spieler sein Leistungslimit erreicht.

 Wenn du entscheiden könntest, Aufstieg oder Pokalsieg?

Ich möchte und will da keines von beidem priorisieren. Ich hatte das Glück, beides schon erleben zu dürfen und beides sind unbeschreibliche Momente in einer Sportlerlaufbahn. Natürlich wünsche ich es mir, beides nochmal mit Zehlendorf zu gewinnen und das am natürlich so schnell wie möglich.

Was von beiden ist schwerer zu gewinnen?

Ich glaube die Meisterschaft ist der "ehrlichere" Titel von beiden. Über ein ganzes Jahr gesehen, gleicht sich Pech und Glück meist aus, man kann auch eine kleine Schwächephase mal kompensieren. Im Pokal muss man dagegen auf den Spieltag hin topfit und konzentriert sein, Fehler werden sofort mit dem Ausscheiden bestraft. Letzten Endes gibt es da für mich keine Unterschiede und auch kein Rezept für den Erfolg.

Du hast eine lange Vita in der Regionalliga und Oberliga vorzuweisen, hast auch schon mal den Pokal gewinnen können und durftest einen Aufstieg miterleben. An welche Saison, welchen Moment erinnerst du dich gerne zurück?

Besonders das Aufstiegs- und erste Regionalligajahr mit Viktoria 89 sind da natürlich hervorzuheben. Neben dem besagten Oberligatitel konnten wir im darauffolgenden Jahr den Pokal gewinnen. Gerade das Pokalfinale gegen Tasmania, sowie die anschließenden Feierlichkeiten inklusive Abschlussfahrt waren legendär. Aber auch meine erste Saison bei Hertha 03 Zehlendorf hat für mich einen besonderen Charakter, da ich da nach einem absolut verkorksten Jahr bei Viktoria, den Spaß am Fußball wiederfand und wir leider am Ende nur knapp den Aufstieg verpassten.

Gibt es einen Schritt den du in deiner Karriere, den du nun bereust?

Natürlich habe ich im Fußball, wie auch im Leben Entscheidungen getroffen die ich im Nachhinein vielleicht hätte anders treffen sollen aber ich bin kein Mensch, der im Konjunktiv lebt, alles Vergangene ist vergangen und nicht zu ändern. Daher nein.

Meine letzte Frage, was ist das Erfolgsrezept bei euch im schönen und beschaulichen Zehlendorf?

Das wirklich beeindruckende an Zehlendorf für mich ist, die familiäre Atmosphäre im Verein und das ruhige Arbeiten. Bisher war es dort wirklich so, dass die handelnden Personen, sei es Präsident, Trainer, Mitarbeiter der Geschäftsstelle, Mitspieler oder auch das "Team um das Team" mit Rat und Tat zur Seite stehen und stets verlässlich ihr Wort halten, was im Fußball nicht Gang und Gebe ist. Dazu herrscht in der Mannschaft ein super Klima, jeder kommt mit jedem klar und bei allem sportlichen Ehrgeiz kommen der Spaß und das miteinander nicht zu kurz.

Vielen Dank und viel Erfolg für die kommenden Aufgaben und Ziele!