08.10.2017 / 1. Herren

Berliner Pilsner-Pokal - 2. Hauptrunde

F.C. Hertha 03 - Sp.Vg. Blau-Weiß 90 1:0 (1:0)

Im Pokal zählt nur das Weiterkommen!

Schon bei der Auslosung der 2. Hauptrunde um den Berliner Pilsner-Pokal, die durch unseren ehemaligen Trainer Cem Efe durchgeführt wurde, ging ein Raunen durch den Saal als die Partie F.C. Hertha 03 gegen Sp.Vg. Blau-Weiß 90 auf der Videoleinwand zu lesen war. Beide Vertretungen wären lieber in einer späteren Runde aufeinandergetroffen, aber der Pokal ist nun mal kein Wunschkonzert.

Nach den Regenfällen der letzten Tage und nachdem Sturm „Xavier“ sein Zerstörungswerk vollendet hatte, war es bis zuletzt fragwürdig, ob der Pokalkracher im Ernst-Reuter-Stadion stattfinden könnte.  Das „Okay“ durch den Sportamtsleiter Klaus Sonnenschein kam nur wenige Stunden vor Anpfiff und fleißige Helfer befreiten die Spielfläche von den letzten abgebrochenen Ästen (Danke Kamy!).  Wer jetzt aber einen Fußballleckerbissen erwartete wurde größtenteils enttäuscht. Mit Schönspielerei hätte man das angestrebte Ziel vermutlich nicht erreicht, schließlich zählen im Pokal nur die nackten Ergebnisse und das damit verbundene Weiterkommen in die nächste Runde.

Zehlendorf, als die klassenhöhere Mannschaft, überließ den aufstrebenden Gästen von der Rathausstraße zunächst die Initiative und checkte dabei geduldig das Vorhaben des Kontrahenten ab.  Trotz der größeren Spielanteile kamen die Gäste aber nicht in die gefährlichen Zonen. Eine Möglichkeit, als Torhüter Sprint weit aus seinem Tor eilte, konnte aber durch Rehbein in der 10. Minute nicht genutzt werden. Auf der anderen Seite kamen unsere Jungs durch Huke und Niroumand nur zu zwei Distanzschüssen, die allerdings Torhüter Hinz im Blau-Weißen Kasten vor keine Probleme stellten. Der erste richtige zielgerichtete Angriff führte dann allerdings in der 17. Minute zum Führungstreffer durch Huke, der einen Foulelfmeter sicher verwandelte. Vorausgegangen war eine schone Kombination über Obst und Gayret, der den Ball nach innen auf den einlaufenden Hopprich passte, der von hinten gestoßen wurde und im Strafraum zu Fall kam. Nach kurzem Zögern war sich Schiedsrichter Stefan Lüth sicher und zeigte auf den Punkt und ermöglichte so den Zehlendorfer Führungstreffer. Die Gäste mühten sich im weiteren Verlauf vergeblich die Zehlendorfer Abwehr in Verlegenheit zu bringen.  Ein Freistoß durch Gutsche in der 38. Minute, der aber in Torhüter Sprint seinen Meister fand, war die einzige nennenswerte Aktion der ersten Halbzeit. Davor hätten aber schon zweimal unsere jungen Zehlendorfer für einen beruhigenden Vorsprung sorgen können. In der 32. Minute hatte Ryberg scharf von links vor das Tor gepasst, doch vor dem einschussbereiten Huke wurde der Ball noch ins Aus geschlagen. Vier Minuten später war es Vincetic der von links eine weite Flanke auf Gayret schlug, der den Ball am herauseilenden Keeper vorbeibrachte, aber dabei leider auch das Tor knapp verfehlte.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit erhöhten die Gäste noch einmal den Druck, doch bei allen Bemühungen war vieles einfalls- und ideenlos. Spielerisch kam man nicht in die Box und lange hohe Bälle in den Strafraum waren für die kopfballstarken Innenverteidiger Schröder und Stein jedes Mal ein gefundenes Fressen. Nach einem Freistoß unseres „griechischen Deutsch-Portugiesen“ Panagiotis Vassiliadis auf Schröder und dessen Kopfballvorlage bekam Timur Gayret eine weitere gute Einschussmöglichkeit, hatte aber den Ball dabei auf „dem falschen Fuß“. Durch die Einwechslung von Al-Kassem entwickelten die Gäste auch gleich mehr Torgefahr. Seine erste Ballberührung in der 67. Minute führte zu einem gefährlichen Kopfball, der im letzten Moment zur Ecke gelenkt werden konnte. In der 76. Minute wurde Torhüter Sprint durch einen strammen Schuss von Kitzing vom 16-Meter-Eck gefordert, aber auch diese Aufgabe meisterte „Mr. Cool“ durch seine Faustabwehr mit Bravour. Die Gäste machten nun immer mehr auf und gaben dadurch immer größere Räume preis. Die Zehlendorfer Offensive muss sich hier allerdings den Vorwurf gefallen lassen, dass man die, sich nun bietenden Konterchancen, zu leichtfertig und fast fahrlässig ungenutzt ließ. Eine letzte gute Möglichkeit durch Ademi in der 92. Minute, nach Zuspiel von Warwel, vereitelte Torhüter Hinz.

Trainer Alexander Arsovic war trotzdem mit seinen Jungs zufrieden, denn der dritte „Zu-Null-Sieg“ in Folge, diesmal nach einem hitzigen Pokalfight, spricht für neu gewonnene Stabilität und bringt die nötige Sicherheit für die nächsten Aufgaben in der Liga.

Hertha 03 spielte mit: Sprint - Vassiliadis, Schröder, Stein, Ryberg - Gayret (84. Kamarieh), Niroumand, Obst, Hopprich, Vincetic (46. Warwel) - Huke (77. Ademi)

Tor: 1:0 (17.) Huke (FE)

z.Z.: 273