02.10.2017 / 1. F-Junioren (U 9)

Achter von 48 beim Internationalen U10-Juniorencup

Wie die 1.F Kampf und Wille lernte…

In den Autos auf der sonntäglichen Rückfahrt nach Berlin wurde meistens doch recht schnell geschlafen, das lag an zwei Dingen: Müde Beine und glückliche Herzen. Fangen wir also gleich mit dem Fazit von Trainer Dejan Kutanowski an, der über diese erste große Auswärtsfahrt seiner neu zusammengestellten Zehlendorfer U9-Truppe sagte: „Das war ein tolles erstes internationales Turnier, das die Mannschaft gespielt hat. Wir sind mitten unter den Mannschaften aus den großen Leistungszentren gelandet. Für uns als Amateur-Verein ist das gut.“

Gut, so war nicht nur das Wetter, obwohl ja Regen angesagt war, sondern auch das Auftreten der Mannschaft. Beim 2. Internationalen U10-Juniorencup des FV Neuenhain bei Frankfurt am Main mit insgesamt 48 Mannschaften wartete in der Vorrundengruppe auch gleich der FC Bayern auf die Jungs. Ohnehin war das Turnier sehr gut besetzt, gespickt mit vielen Bundesliga-Teams wie Bayern, Dortmund, Leverkusen, Mainz oder Bremen, dazu Teams aus Großbritannien, Tschechien oder Polen. Zunächst mussten aber scheinbar schwächere Teams besiegt werden, doch wie das nun mal so ist, bei solchen Turnieren steigern sich ja alle – oder stellen sich hinten rein und spielen nur lange Bälle weit nach vorn. Gleich im ersten Spiel mussten die Jungs, nach einem unglücklichen Rückstand, das Spiel drehen. Da war schon klar: Die Mannschaft hat auf jeden Fall Ruhe und Moral. Und sie konnte auch zeigen, dass sie spielerisch in den wenigen Monaten schon viel von ihrem Trainer gelernt hat.

Gegen den FC Bayern wurde zwar verloren, aber die Goldgruppe war mit zwei Siegen schon mal erreicht. Es ging jetzt in eine weitere Gruppe mit sechs Mannschaften, wobei die ersten drei Spiele noch am Samstag stattfanden. Das erste Spiel wurde gleich wieder gewonnen, dann aber setzte es zwei schmerzliche Niederlagen. Der Trainer dazu im Rückblick: „Die Mannschaft musste sich erst an die Spielweise und die Härte gewöhnen. Am zweiten Tag haben wir den Kampf angenommen und dadurch auch knappe Spiele für uns entschieden.“

Genau so kam es am zweiten Tag.

Am Abend zuvor gab es noch mit allen Eltern und dem Team ein gemütliches und, ähm, nun ja, vielleicht etwas lautstarkes, gemeinsames Essen in einer Pizzeria (Danke Patricia fürs Auswählen!). Trotzdem waren unsere Jungs am nächsten Morgen vor allem eines: wach und ausgeschlafen…!

Gleich das erste Spiel musste gewonnen werden, wenn wir noch eine Chance auf den Einzug in die K.O.-Runde haben wollten. Gegen eine robuste und ältere Mannschaft, den VfB Unterliederbach, fighteten die Zehlendorfer bedingungslos dagegen und waren zudem spielerisch das deutlich bessere Team. Die Belohnung war ein knapper, aber verdienter 1:0-Sieg. Danach holte sich das Team, nun total beflügelt auch noch gegen die nächste U10-Mannschaft, den TSV Weiss, wieder nach einem Rückstand einen 2:1-Sieg. Hinter Sparta Prag, gegen die man am Tag zuvor auch verloren hatte und die Härte und Schnelligkeit des Gegners hatte ertragen müssen, zogen wir sogar als Gruppenzweiter in die K.O.-Phase ein.

Vielleicht war es gut, dass das Achtelfinalspiel gegen die Stuttgarter Kickers bald danach erfolgte, das Team war jetzt total fokussiert und voller Willen, die gesamte Reservebank fieberte stets an der Seitenlinie mit, die vielen mitgereisten Eltern feuerten die Zehlendorfer lautstark an, und als sich dann auch noch der eine oder andere Spieler zum Vortag steigerte, standen die Zeichen auf Sieg.

Ein Fernschuss brachte das 1:0, auch danach drückte unser Team den Gegner immer wieder in die eigene Hälfte mit guten Spiel- und Seitenverlagerungen. Der Gegner konterte gefährlich, aber die Defensive und unser Torwart waren stets auf der Hut. Nach diesem Sieg war der Jubel sehr groß, denn nun war schon klar, sehr viel weiter wird es kaum noch gehen können, denn es wartete der Titelverteidiger auf uns - Manchester City. Das Spiel ging zwar klar verloren, aber für die Jungs war es vermutlich eine sehr lehrreiche Erfahrung, denn sie mussten ein extrem hohes Tempo mitgehen, wurden immer wieder hinten reingedrängt, es galt also, unter Gegnerpressing spielerische Lösungen zu finden. Das war, auf diesem Niveau des Gegners, schwer. Aber alle gaben ihr Bestes.

Am Ende folgten zwei Niederlagen gegen Buer und Borussia Dortmund, aber das insgesamt positive Fazit konnte das nicht mehr trüben. Der Trainer sagte: „Was wir jetzt gelernt haben ist, dass bei solchen Turnieren der Wille und der Kampf am Ende entscheiden.“

Ein wenig betrüblich war es auch aus Sicht des Trainer-Teams um Dejan, Henning Hahn und Mark Helmer, dass die Schiedsrichter nicht immer eine wirklich klare Linie hatten, so dass für diesen Jahrgang extrem harte Spiele zustande kamen. Für das Team-Building war dieses Turnier aber sicherlich sehr hilfreich, denn es wartet eine anstrengende und spannende Saison auf die Mannschaft. Ein guter Team-Geist und unbedingter Zusammenhalt sind da ganz gewiss wichtig. Schön war auch, dass wir mit „Stimme“, dem Trainer der zweiten Jahrgangsmannschaft (3.F), quasi einen „Ober-Fan“ und erfahrenen „Kinder-Flüsterer“ dabei hatten.

An dieser Stelle bedanken sich alle Eltern aber vor allem bei den Betreuerinnen, dem Trainer, den Co-Trainern und natürlich bei den Jungs für ein tolles Wochenende, das auf jeden Fall gute Träume bereitete